Essay: Die Wiener Festwochen und die Öffentlichkeit in Zeiten der Techfaschisierung

nachtkritik.de · By Evelyn Annuß · 10 June 2026 · read at the source →

10. Juni 2026. Wem gehört die Öffentlichkeit? Die Ein- und Wiederausladung von Peter Thiel bei den Wiener Festwochen zeigt: Die modernen Plattformpolitiken setzen das Recht des Stärkeren längst auch im Kulturbetrieb durch. Dabei kommt es zu maßlosen Selbstüberschätzungen. Ein Gastbeitrag.

Von Evelyn Annuß

10. Juni 2026. Was wir momentan im globalen Zusammenhang erleben, ist ein grundlegender Strukturwandel von Öffentlichkeit. Längst ist eine spezifische Form von Aufmerksamkeitsproduktion zur Währung geworden. Elon Musks DOGE-Inszenierungen mit Kettensäge zeugen davon. US-Präsident Donald Trump hat Vergleichbares auf seiner Plattform Truth Social optimiert. Unablässig werden Tabubrüche inszeniert, die politische Gewaltverhältnisse aufrufen und zugleich mit referenzieller Ambivalenz spielen, um politischer Widerrede den Boden zu entziehen: Die Affendarstellungen der Obamas haben die Geschichte rassistischer Minstrel Shows aufgerufen, der Fäkalregen über einer No Kings-Demonstration in einem karnevalesken Starfighter-Video von Trump mit Königskrone war in der Farbgebung an die Nachrichten über die militärische Zerstörung des Gazastreifens angelehnt und als Gegenbild waren in einem der vorhergehenden Spektakel bereits der US-amerikanische und der israelische Präsident Cocktails trinkend in einem Ai-generierten Trump-Gaza am Luxuspool zu sehen – ebenso wie queer erscheinende, bärtige belly dancers...

All diese auf Empörung angelegten Tabubrüche werden so gestaltet, dass sie die Möglichkeit der Kritik unterlaufen; denn erstens kann jede Form des Einspruchs im Kontext entsprechender Plattformen als 'Ragebait' genutzt werden, um die PR-Maschine weiter zu befeuern, und zweitens lässt sich noch der Rückzug von diesen Plattformen als wokes Deplatforming bashen – als wäre die von ihnen infrastrukturell beherrschte Öffentlichkeit allen gleichermaßen zugänglich. So ist diese Form des Gewalt aufrufenden und zugleich überblendenden Infotainments – dieses Cross-Fading – zur Falle für mögliche Formen der Gegenöffentlichkeit geworden. Wer versucht, der zunehmenden Aussetzung des Rechts, der Zerstörung von Institutionen, der ungehinderten Ausbeutung von Ressourcen, der totalisierten Überwachung und Repression, profitgesteuerten Kriegseinsätzen oder zumindest den in Szene gesetzten Ressentiments auf eben diesen Plattformen Argumente entgegenzusetzen, gerät leicht zwangsweise zur Statisterie in einem Aufregungs-Monopoly.

Wem gehört die Öffentlichkeit?

Was durch entsprechend affektpolitisch kuratierte Spektakel ausgehöhlt wird, ist die Frage, wem Öffentlichkeit vor dem Hintergrund heutiger Plattformpolitiken gehört und wem oder was die ganzen Aufreger letztlich dienen. Denn die Möglichkeiten der Rede sind innerhalb des gesetzten Rahmens bereits vorprogrammiert und dadurch entleert. Bei der Herstellung von Erregungszuständen durch Scheindebatten ist die Currency eben nicht das Argument, sondern Attention. Entsprechend wird darin das Recht des Stärkeren offensiv abgefeiert, die Empörung darüber kalkuliert geschürt – gerade Geschlechterfragen sind ein Trainingscamp für den gegenwärtigen Shift zur vermeintlichen Hyperpotenz...

In diesem Zusammenhang steht auch die Ein-und Ausladung des Techmilliardärs Peter Thiel zu den Wiener Festwochen 2026, der für einen totalitären Unternehmerstaat eintritt und Säkularismus wie Gleichberechtigung ablehnt. Die metatheatrale In-Szene-Setzung Thiels nämlich überträgt die skizzierten PR-Logiken autoritärer Politiken des Tabubruchs in die rabiate Bewerbung eines Theaterfestivals. Dabei bleiben letztlich sowohl die künstlerischen Arbeiten als auch der politische Diskurs auf der Strecke. Anstatt einen Debattenraum über heutige Formen etwa der Politisierung von Kunst oder der Ästhetisierung von Politik herzustellen, wird in einem durchgetakteten Tribunaltheater über Glaubensfragen und den rechten Popanz der Cancel Culture verhandelt – ohne jegliche Verbindung zu den als Beiprogramm erscheinenden künstlerischen Arbeiten. Natascha Strobl hat bereits auf dieses Umlenken von Aufmerksamkeit in eine endlos erscheinende Kette an Bullshit-Fragen hingewiesen: Was sagt Thiel zum Antichristen? Kommt er überhaupt oder kommt er dann halt doch nicht? Darf man mit diesem Typen reden? Soll man canceln?

Dabei wird dann auch noch das Bild einer Öffentlichkeit vermittelt, das eher dem Drama des 19. Jahrhunderts entspricht: der Rede von Angesicht zu Angesicht – in diesem Fall von 'Mann zu Mann', genauer: von Intendant über Theologe zu Techbro... So zumindest die flächendeckend veröffentlichte, demonstrativ maßlose Selbstüberschätzung des Festwochenchefs mit seiner Wiener Temporärplattform. Jede Gegenrede, die das Framing selbst problematisiert, erscheint dann im Licht rechter Projektionen: als 'Cancel Culture'. So geben sich die Festwochen sowohl den Anstrich eines demokratischen Forums als auch des Nonkonformen und schieben en passant allen anderen die ungewollte Spielverderberrolle zu.

Personifikation des Techfaschismus

Die erst nachträglich publik gemachte Einladung Thiels inszeniert dabei einen sehr spezifischen Tabubruch mit entsprechenden Folgen: Sie rahmt Öffentlichkeit in einer Weise, die offensiv von jenen (plattform-)ökonomischen Herrschaftsverhältnissen abstrahiert, die Öffentlichkeit inzwischen bestimmen. Thiel ist nunmal nicht einfach ein durchgeknallter Carl-Schmitt-Leser aus irgendeinem abseitigen Innsbrucker Theologieseminar, sondern in erster Linie Shareholder der 2003 von ihm gemeinsam mit anderen privaten Investoren gegründeten, mit der CIA entwickelten und inzwischen weltweit für polizeiliche, militärische und geheimdienstliche Maßnahmen genutzten Überwachungssoftware Palantir, Trump-Finanzier, Vance-Pate und dezidiert Befürworter postdemokratischer 'Broligarchien', mithin der Abschaffung selbst der Schrumpfform demokratischer Verhältnisse. Er gilt als Personifikation dessen, was momentan als Techfaschismus gehandelt wird, das heißt, als Personifikation der Verflechtung digitaler Plattform- und Überwachungsunternehmen von Superreichen mit extralegaler Versicherheitlichung und Militarisierung in einem deregulierten finanzkapitalistischen Regime.

Joseph Vogl hat die Entstehung dieses Regimes in seinem Buch "Kapital und Ressentiment" skizziert und damit schon 2021 auf die damit zunehmend verbundene Gefahr neuer Kriege hingewiesen. Gerade Thiel steht aus dieser Perspektive für den Advent einer neuen, disruptiven parastaatlichen Regierungspolitik, die auf die Aussetzung bis dato geltender Rechte, die Abschaffung von Gewaltenteilung, staatlicher Souveränität und auch von im hiesigen Kontext einmal durchgesetzten wohlfahrtsstaatlichen Institutionen zielt – von Grundversorgung also und nicht zuletzt vom Recht auf Bildung. Das betrifft auch den Kultur- und Wissenschaftsbetrieb. Umso fataler der Claim der Festwochen, im Gegensatz zum sonstigen Theater kein Elitenprojekt zu sein, um sich dann in eine Superreichen-Bühne zu verwandeln.

Dem Podcast "Die Peter Thiel Story" zufolge ist der Protagonist der Festwochen-PR nicht nur gegen die Ausbildung an öffentlichen Hochschulen eingetreten, sondern hat etwa den Blog Gawker durch eine finanzstark lancierte Klagewelle wegen der angeblichen Verletzung von Persönlichkeitsrechten zerstört und damit Öffentlichkeit mithilfe der Instrumentalisierung von Gerichten gewissermaßen aufgekauft und entsprechend beschnitten. Genau hier liegt die Krux der Festwocheneinladung, die Thiel eben nicht als jemanden behandelt, der erstens ohnehin Gewalt über (Gegen-)Öffentlichkeit hat und zweitens an gegenwärtigen Kriegen und Überwachungstechnologien verdient, sondern ihn wie einen Superdenker als Religionsphilosophen mit Aufreger-Appeal adressiert: also nicht als Charaktermaske, sondern als vermeintlichen Intellektuellen. Damit verirrt sich die Referenz auf Thiel in ein irrelevantes Terrain, eine scholastische Farce gewissermaßen. Und diese Farce wiederum, der nicht zuletzt das ganze Festwochen-Team unterworfen wurde, hat proaktiv zur schleichenden Transformation des öffentlichen Diskurses samt der Verwechslung von Personifikation und Person beigetragen. Auch die Festwochen-Plattform nämlich operiert nach der Logik einer von transgressiven Tabubrüchen bestimmten Aufmerksamkeitsökonomie, die die Möglichkeit der Kritik unterminiert und potenziell rechte Perspektiven stärkt.

Exit statt Aufregung

Mit ihrer nachträglich erst publizierten Thiel-Ein- und Wiederausladung hat die Festwochenintendanz die eingeladenen Künstler:innen und Wissenschaftler:innen mehrfach beschädigt. Zuerst wurden sie ohne ihre Zustimmung, ex post, mit dem personifizierten Techfaschismus assoziiert, dann zum Sündenbock und so selber zur Personifikation einer angeblichen Cancel Culture gemacht. Nun ist es gerade für Künstler:innen ohnehin enorm schwierig, sich aus laufenden Verträgen zurückzuziehen. In einer absurden Umkehr der Verhältnisse wurde ihnen jetzt auch noch Thiels Ausladung untergejubelt. Ohne dass man wüsste, von wem eigentlich die Rede ist, macht sie der Intendant raunend dafür verantwortlich, dass seine 'Chance', mit Thiel persönlich ins Gespräch zu kommen, vertan wurde, er sich gewissermaßen auf seiner eigenen Plattform opfern musste, um die Festwochen nicht zu gefährden. Tatsächlich ist dieser Intendant – auch das eine Art Trump-Verwandtschaft – beim ersten Gegenwind eingeknickt, ohne jemals eine sinnvolle Begründung für seine Ein- oder Ausladungspolitik zu liefern, mit der er auch noch die von ihm so genannte und installierte 'Cancel-AG' overruled hat. Soviel zum Eintheatern demokratischer Lippenbekenntnisse.

Am 11. Juni hätte ich im Rahmen der Wiener Festwochen mit Geoffroy de Lagasnerie und Milo Rau als weiterem Gesprächspartner auf einem Panel sitzen sollen. Als wenige Stunden vor der Festwochen-Eröffnung die Nachricht von der Einladung Thiels kam, war meine erste Frage nicht, ob Peter kommen, sondern ob Milo gehen soll. Nur wer käme dann an seiner Stelle? Die zukünftige Entpolitisierung der Festwochen scheint durch den inzwischen angerichteten Schaden ja geradezu ausgemacht.

Am Tag nach der Eröffnung jedenfalls habe ich Lagasnerie und später alle möglichen anderen Festwochengäste kontaktiert. Denn für mich war klar, dass es besser wäre, unter diesen Umständen nicht teilzunehmen. Die Überlegung war, darüber unter den gegebenen Bedingungen öffentlich lieber erstmal kein Wort zu verlieren. Freilich nicht, um die Diskussion mit Leuten zu verweigern, die anderer Meinung sind. An sich war der Plan, sich mit dem Intendanten offensiv zu streiten. Der nämlich hatte in den letzten Jahren nicht nur aktivistische Auftrittsformen in Krawall-Werbeposen übersetzt, sondern schon alle möglichen Rechten eingeladen und gestreamt – Leute, deren einzige Qualifikation für das jeweilige Diskursprogramm der absehbare Aufschrei war – von Ulf Poschardt über Frauke Petry bis Harald Martenstein & Co. Deren Äußerungen konnten dann ohne Gegenrede in Youtube-Schnipseln verbreitet werden... Raus Spektakel sind also, das wäre mein Argument für das Panel gewesen, längst zur Werbemaschine für rechte Positionen verkommen. Einmal in Gang gesetzt, provoziert diese Maschine quasi von selbst dazu, immer noch eins draufzusetzen, damit die Aufmerksamkeit bloß nicht abreißt. Insofern dient man sich, darin eingespannt, zwangsläufig den bestehenden Logiken autoritärer Propaganda an.

Mit der Einladung Thiels wurde die symptomatische Übersetzung aufmerksamkeitsökonomischer Logiken in den Kulturbetrieb nun so zugespitzt, dass die Festwochen selbst als vergiftete Plattform lesbar geworden sind. Spätestens in den letzten zehn Jahren haben sich mediale Gefüge und Regierungsformen grundlegend verändert. Damals war mein Gesicht mit der noch für unerwarteten Wirbel sorgenden Berliner Volksbühnenpetition verknüpft. Sie forderte den Rückzug von Chris Dercon, dem von der Kulturpolitik autoritär im Hinterzimmer installierten Kurzzeit-Volksbühnenintendanten und ehemaligen Leiter der Londoner Tate Gallery. Die Petition richtete sich gegen die Festivalisierung des Theaters und die damit verknüpfte Abschaffung einer spezifisch situierten Schauspielkunst – eher Marke Ost als Elitenprojekt by the way. Vermutlich war die breite Resonanz auch Artikulation des Unmuts über die eskalierende Gentrification Berlins. Dass das zu dem Kunststück führte, den Unmut in eine völkische Position umzufabulieren, hat mich damals sprachlos gemacht; denn es gab noch keine Worte für diese inzwischen längst etablierte Form diagonaler Politik. Über zehn Jahre später ist öffentliche Aufregungsgenerierung mit verwandten Inversionen und entsprechenden Framings verknüpft und gehört nun auch zur PR von Kulturinstitutionen, die damit politische Energien aufsaugen und unproduktiv binden.

Was also tun?

Die Thiel-Einladung habe ich wie viele andere, die sich unter diesen Bedingungen zunächst nicht öffentlich äußern wollten, als eine Art vicious trap wahrgenommen. Denn von Anfang an war klar, dass jede Äußerung von den Festwochen zu Werbezwecken angeeignet werden würde. Ein gemeinsamer Post von Lagasnerie und mir war bereits vorbereitet. Daraus habe ich mich dann in letzter Sekunde zurückgezogen, um den Aufruhr um einen öffentlichen Boykottaufruf zu vermeiden. Inzwischen bin ich dankbar, dass Lagasnerie mit seinem dann allein geposteten Einspruch dazu beigetragen hat, das Feld der Auseinandersetzung auf ein anderes Terrain zu verschieben.

Eine nachhaltige Antwort auf das Thiel-Debakel aber braucht noch etwas anderes, eine Art Raumspende zur Reflexion, die sich dem schnellen Posten verweigert. Deshalb habe ich für alle, die akuten Diskussionsbedarf haben, in der Zwischenzeit eine Veranstaltungsreihe zu Techfaschismus, Politspektakel und Strukturwandel der Öffentlichkeit organisiert. Den Auftakt* macht Joseph Vogl am Tag unserer Festwochen-Einladung. Paula-Irene Villa Braslavsky und weitere Festwochen-Gäste wollen dazustoßen. Für die kommenden Veranstaltungen haben Natascha Strobl und Sebastian Kirsch bereits zugesagt. Eingeladen sind zudem mit Lagasnerie und Monika Mokre, Mitglied des 'Rats der Republik' und der Festwochen-Arbeitsgruppe 'bei Cancelling-Aufforderungen', zwei gegensätzliche Positionen. Denn es geht darum, so mein Vorschlag, verfügbare Infrastrukturen zu nutzen, um kollektiven, auch konfrontativen Auseinandersetzungen Raum zu geben, anstatt ihn sich bloß zu nehmen. Um sinnvoll darüber reden zu können, wofür 'broligarchische' Superreiche stehen, braucht es aus dieser Perspektive nur schlicht andere Formate, andere Räume des Sprechens – Räume, die sich unabhängig vom Spektakel machen und in denen dadurch sinnvollere Fragen gestellt werden können.

Zum Beispiel diese: Wie funktioniert plattformkapitalistische Vergesellschaftung? Was heißt es, wenn die Prinzipien digitaler Aufmerksamkeitsproduktion den Online-Raum verlassen, um zum kuratorischen Instrument in einem (noch) öffentlich finanzierten Kulturbetrieb zu werden? Was passiert mit einem Diskursprogramm, wenn es Aufregung in kulturelles Kapital übersetzt? Und was bedeutet all dies in einer Zeit, in der die öffentlichen Gelder für Kunst, Kultur und Bildung ohnehin von einem radikalen Kahlschlag bedroht sind und rechte Forderungen nach der Abschaffung bestehender Institutionen auch die Kulturpolitik vor sich hertreiben?

Während der Festwochen wurde publik, dass die Wiener Mehrjahresförderung von Künstler:innen der freien Szene eingespart werden soll. Auch die Schulen, die Unis und die Forschungsförderung sind von entsprechenden Sparmaßnahmen bedroht, die ihre Funktionsfähigkeit gefährden. Was also tun, wenn Gegenöffentlichkeit, wenn jeder Dissens ausgerechnet in dieser Situation Gefahr läuft, kooptiert oder als Elitenprojekt abgewertet zu werden und der Exit aus inhaltsleeren Politspektakeln als Cancelling vermarktet werden kann?

Evelyn Annuß ist Kulturwissenschaftlerin mit Fokus auf Literatur, Medien und Theater und Professorin für Gender Studies. Sie leitet das International Research Center Gender and Performativity an der mdw. In den letzten Jahren hat sie sich u.a. mit NS-Propaganda, populistischen Spektakeln und dem Nachleben ressentimentaler Auftrittsformen beschäftigt. Letzte Veröffentlichungen: Dirty Dragging. Performative Transpositionen (dt. 2025, en. 2026) und Facing Drag. Gender Bending and Racialized Masking in Performing Arts and Popular Culture (hrsg. mit Raz Weiner 2025).

*Die Veranstaltung mit Joseph Vogl, Auftakt der ICGP-Reihe Techfaschismus, Politspektakel und Strukturwandel der Öffentlichkeit, findet am 11. Juni um 19 Uhr auf dem Campus der mdw-Universität für Musik und darstellende Kunst Wien statt (Anton von Webern Platz 1, E0101, 1030 Wien).

mehr debatten - Essay Festwochen: Intelligent - #1 - Cinderella -

Und danke auch für den Hinweis, dass das eigentliche Programm völlig untergeht neben dem PR-Debakel. Stimmt genau, Zeitungsseite gibt es nur einmal - jetzt vollgeschmiert mit lauter Quatsch, den wir alle schon wussten. Peter Thiel - Gruselgrusel - Milo machts möglich. Die anderen Künstler*innen - egal.

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- Essay Festwochen: Bemerkenswert geschlossen - #2 - Hallo

Auch die theoretischen Referenzen bleiben bemerkenswert geschlossen. Mit Joseph Vogl erscheint eine zentrale Figur der politökonomischen Gegenwartsdiagnostik, die den gemeinsamen Koordinatenraum bereits weitgehend absteckt. Was als Pluralität wirkt, ist in Wahrheit ein relativ konsistenter Resonanzraum. Und auch der „Erregungsdiskurs“ wird letztlich homogenisiert: sehr unterschiedliche Formen von Öffentlichkeit – von investigativer Recherche über politische Mobilisierung bis zur Plattform-Skandalisierung – werden unter einer einheitlichen Logik der Aufmerksamkeit zusammengezogen. Wenn Sie ins Bild passt...ist es okay, in diesem Fall nicht. So entsteht der paradoxe Effekt, dass der Text genau die Zuschreibungs und Reduktionslogik reproduziert, die er kritisiert . Differenz wird durch Framing ersetzt, Denken durch Typologie, und Konflikt durch ein bereits stabilisiertes Diagnosevokabular.

- Essay Festwochen: Danke - #3 - Lisa - Essay Festwochen: Toller Beitrag - #4 - Sherlock Holmes

Toller Beitrag Evelyn Annuß. Vielen Dank dafür.

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(Anm. Redaktion. Eine Spekulation ist aus dem Beitrag entfernt worden.)

- Essay Festwochen: Kulturkampf um Hegemonie - #5 - Andreas

Ich finde, das Theater/die Kunst soll sich mit den Rechten und den Techies schon irgendwie auseinandersetzen. Ich sehe aber nirgends Programm dazu. Es scheint mir eher nach einem Kulturkampf um Hegemonie im Kulturbereich zu halten. Von meiner Warte aus, wirkt das alles ziemlich lächerlich. Und selbstreferentiell. Wen geht so eine Diskussion noch was an? Auch die Biennale kürzlich: Irrelevant und nichtaussagend.

- Essay Festwochen: Der Aktivismus zieht weiter - #6 - Krass Diakon

Im übrigen beende ich hiermit meine Kommentare auf dieser Seite, nachdem nun schon zum wiederholten Mal ein Kommentar von mir nicht erschienen ist. Gute Reise!

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(Anm. Redaktion. Reisende soll man nicht aufhalten, aber nur als Randbemerkung: Im Redaktionssystem lässt sich kein Beitrag zum Thema finden, der unveröffentlicht blieb.)

- Essay Festwochen: Mehr Heiner Müller wagen!

- #7 - Hallo - Essay Festwochen: Aufregungsmonopoly - #8 - detlev schneider

dass die Verfasserin die prekäre Weltlage vorzugsweise mit Leuten besprechen

will, die ihre eigenen Denkfiguren teilen. Das läuft dann folgerichtig Gefahr,

selbstreferentiell zu bleiben, ist aber ihr gutes Recht.

Befremdlich dabei aber ist der aufgeregte und zuweilen hämische Grundton, in dem

sie post festum den gescheiterten Versuch attackert, einen Diskurs im genauen

Wortsinn zu wagen, ein Abweichen vom Kurs des selbstgewissen eigenen Blicks

und sich zu konfrontieren mit dezidiert wirkmächtiger Widerrede.

Souverän ist das nicht. Und erklären kann sie es nur als „affektpolitisch kuratiertes Spektakel“. Nun ja.

- Essay Festwochen: Verstehensproblem - #9 - Ulrich Heinse - Essay Festwochen: Nachschlagen - #10 - x

Evelyn Annuß wird ihr eigenes Vokabular benutzt haben. Das spezifische Thema ihres Essays dürfte für jemanden außerhalb der “Bubble” kaum relevant sein, warum also diese potentielle Leser*innenschaft in diesem Fall mitdenken. Wenn man etwas nicht versteht, kann man es nachschlagen, ist nicht schamvoll und schadet auch wirklich nicht!

- Essay Festwochen: Nachgeschlagen - #11 - Ulrich Heinse (...) _______

(Anm. Redaktion. Mit Verlaub, aber die Stilkritik, die einen weiten Ermessenspielraum abschreitet, führt vom Thema weg. Wir verzichten an dieser Stelle auf die Vertiefung.) meldungen >

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